Der Deutschen fünfte Chance – Mit E.M.Arndt wider das Militär!

März 20, 2008

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Bundeswehr oder „Wehrmannschaft“

Gelingt uns der Einstieg in den Ausstieg aus dem globalen Bürgerkrieg?

Am 4. Juli 1776 schwenkte mit der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung die Menschheit in den globalen Bürgerkrieg ein.

Seit den Tagen Jeffersons und Washingtons hat dieser globale Bürgerkrieg die Menschheit fest im Griff.

Wie in den Zeiten zuvor bestimmten damals und bestimmen heute noch stehende Heere das Schicksal der Völker. Es heißt zwar allenthalben, daß die „Politik“ das Spielgeschehen in aller Welt bestimme, aber die Nachrichten zeigen jeden Abend, daß die Menschheit von den Waffen beherrscht wird, deren Abzug von denen betätigt wird, die nur dem „Primat der Politik“ gehorchen.

Die Idee der Freiheit der Völker ist so alt wie deren Unterdrückung. Verwirklicht wurde sie in Europa erstmals in der Schweiz. Die Freiheit von der Unterjochung durch absolute Monarchen setzten die Staaten Neu-Englands dann erfolgreich um; ihre Befugnis zum Abschütteln des Jochs legten sie in der „Declaration of Independece“ vom 4.7.1776 nieder. Man findet die vollständige deutsche Fassung unter www.verfassungen.de. Die darin enthaltenen Gedanken schwappten schon nach recht kurzer Zeit über den „großen Teich“ und überschwemmten als „geistiger Tsunami“ die Küsten Frankreichs. – Es ist schon grotesk, daß im Jahre 1776 das Mutterland der späteren Vereinigten Staaten bereits als „demokratisch“ galt. – Abgeordnete, die die Neuengländer im Parlament hätten vertreten können, die gab es freilich nicht. Die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten beweist überdies, daß den Parlamentariern – damals schon „Berufspolitiker“ – das Schicksal des Volkes vollkommen egal war. – Oder gehörten die unter dem Union Jack Lebenden in „Übersee“ etwa nicht zum „Volk“?

Mit der Unabhängigkeitserklärung begann der Siegeszug der „unveräußerlichen Menschenrechte“. Aber wie schon bei der von Luther losgetretenen Reformation gelangten die gutgemeinten Ideen in die falschen Hälse:

Die falschen „Hüter des Glaubens“ bekämpften seit Luthers Zeiten die neuen Ideen bis aufs Blut. – Am Ende stand der dreißigjährige Krieg, der Europa vollkommen verunstaltete.

Die falschen Propheten der „Neuzeit“, die falschen Propheten der „Freiheit und des Fortschritts“ richteten mit ihrem „Fortschritt“ mehr Schaden an als sie aufbauen konnten. Wenn in der politischen Diskussion der Begriff „Fortschritt“ auftaucht, ist er immer „linkslastig“. Denn den Begriff Fortschritt haben seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert die „Linken“ für sich in Anspruch genommen. Daß bei allem „gesellschaftlichen Fortschritt“ die Freiheit unter den Stiefeln des Kollektivismus in den Staub getreten wurde und wird – wen kümmert das schon? – Im Namen des „Fortschritts“ ist alles erlaubt, bis hin zur „Kulturrevolution“, die 1966 von Mao Tse-Tung angezettelt wurde.

Aber auch Mao Tse-Tung konnte nichts daran ändern, daß er China genau in die Loipe führte, in der Napoleon rund 170 Jahre vor ihm schon gegen den Baum gerast war:

Im Namen von „Freiheit, Gleichheit und Büderlichkeit“ überrannte am Ende des 18 Jahrhunderts Napoleon Bonaparte fast ganz Europa. – Er gilt heute noch als „militärisches Genie“. Die Zahl der Opfer, die sein „militärisches Genie“ gefordert haben, geht in die Millionen; hätte er nur zehn persönlich mit dem Hammer erschlagen, er wäre wie Fritz Haarmann und Peter Kürten als „Serienmörder“ nach einem „aufsehenerregenden Prozeß“ umgehend guillotiniert worden.

Bonaparte galt und gilt als „militärisches Genie“. Er war es aber nicht; auch Napoleon war ein militaristischer Vollidiot. Er teilt damit das Schicksal aller „großen“ Feldherren von Alexander bis George W. Bush.

„Militärische Genies“ kann es nämlich nicht geben, weil das Militär nichts anderes ist als die Offenbarung der bodenlosen Dummheit des „modernen“ Menschen. – Es gibt in diesem unserem Weltall nichts, was überflüssiger wäre als das Militär. Daran ändern auch nichts die Abenteuer der Raumschiffe Enterprise, Galactica und Orion, die das Gegenteil suggerieren wollen. Die „All“ -Gegenwart des Militärs zeigt nur, wie sehr die militaristische Tradition der Menschheit deren Köpfe verwirrt hat. Sie ist kaum noch aus den Köpfen der Menschen herauszukrien. Das Militär ist auch heute noch nicht hinwegzudenken, ohne daß das Weltall in sich zusammenfiele oder die Erde umgehend von Aliens besetzt würde.

Oder doch?

Heute noch gilt das Militär als die wichtigste Institution in einem „Staat“. – Keiner zweifelt daran, daß es für Amerika und die NATO die vordringlichste Aufgabe ist, in Afghanistan und Irak die „Zentralgewalt“ zu stärken und die Armeen wieder „aufzubauen“. – Zumindest in der „veröffentlichten Meinung“ regen sich keine nennenswerten Zweifel.

Dennoch sind erhebliche Bedenken gegenüber der herrschenden Doktrin angebracht. Betrachtet man nämlich die Menschheitsgeschichte als Ganzes, so ist das „Militär“ eine so junge Einrichtung, daß der nächste Wimpernschlag der Geschichte es hinwegfegen wird wie ein Staubkorn im Auge.

Ihre Augen haben soeben die Worte überflogen, aber ob Sie sie gelesen haben, weiß ich nicht, deswegen wiederhole ich sie hier:

– Wer denkt noch daran, daß es für Amerika und die NATO die vordringlichste Aufgabe ist, in Afghanistan und Irak die „Zentralgewalt“ zu stärken und die Armeen wieder „aufzubauen“. – Nach dem zweiten Weltkrieg hat man ganz anders geredet. 10 Jahre gingen ins Land, bis die „Wiederbewaffnung“ der Bundesrepublik Deutschland überhaupt erst ihren Anfang nahm.

1955 wurde mit der „Wiederbewaffnung“ die dritte Chance vertan, das große Land in der Mitte Europas in ein Bollwerk des Friedens zu verwandeln. Dabei wäre es so einfach gewesen. Die vierte Chance vertändelte man im Zuge der „Wiedervereinigung“, an den Folgen hat das deutsche Volk immer noch und in zunehmenden Maße zu knabbern: Es wird nicht lange dauern, dann wird auch die Zahl der gefüllten Särge zunehmen, die von Afghanistan aus „reimportiert“ werden. – Ganz ohne Not, nur weil „Berufspolitiker“ in aller Völker Länder lernunfähig sind. Zu den Lernbehinderten gehören auch die sich „demokratisch“ gebärdenden „Berufspolitiker“, wir sehen es jeden Tag in der „Tagesschau“. Sie sind diesbezüglich nicht besser als die Kette der Reichskanzler, deren Bogen bei Otto von Bismarck beginnt und sich bis zu Franz von Papen spannt, sich aber nicht auf die „Kanzler“ beschränkt. Denn spätestens seit 1918 sind in Deutschland die „Berufspolitiker“, die in den Parlamenten saßen und sitzen, unmittelbar für alle Fehlentscheidungen persönlich mitverantwortlich, wenn sie auch versuchen, sich hinter dem „Kollektiv“ des Plenums und der Ausschüsse zu verbergen.

Die erste Chance, Deutschland zur Vorreiternation dessen zu machen, was als „Weltfrieden“ immer noch auf sich warten läßt, bot sich am 18.1.1871. – Unter Kaiser Wilhelm I. war die seit den napoleonischen Kriegen aus den Köpfen der Deutschen nicht mehr wegzudenkende Reichseinigung vollzogen. Bismarck wurde Reichskanzler. Von einem Reichskanzler kann und muß man nun erwarten, daß er bei der Ausübung seines Amtes die größtmögliche Sorgfalt walten läßt. Aber Bismarck hat, das lehrt die Geschichte, sich pflichtwidrig und offensichtlich nicht mit den Schriften Ernst Moritz Arndts auseinandergesetzt, einem der glühendsten Verfechter und Vordenker der „Reichseinheit“.

Wir Juristen haben in Rechtslehre und Rechtsprechung den Begriff der „gehörigen Anspannung des Gewissens“ geprägt: Im Strafrecht gilt der Grundsatz, daß ein Täter ohne Schuld handelt, wenn ihm bei Begehung der Tat die Einsicht fehlte, Unrecht zu tun und er diesen Irrtum nicht vermeiden konnte. – Es versteht sich von selbst, daß hier eine gewisse intellektuelle Fähigkeit mit ins Spiel kommt. Deswegen gilt ein solcher Verbotsirrtum als vermeidbar, wenn der Handelnde nach seinen Fähigkeiten und Kenntnissen über die mögliche Rechtwidrigkeit seines Tuns hätte nachdenken müssen. Es wird dabei von jedermann verlangt, daß er „alle seine Erkenntniskräfte und sittlichen Wertvorstellungen“ einsetze, und zwar auf der Grundlage der Vorstellungen seiner Rechtsgemeinschaft. – So ist es in jeder Kommentierung zu § 17 des Strafgesetzbuches nachzulesen.

Hätte Bismarck unter gehöriger Anspannung des Gewissens Ernst Moritz Arndts „Geist der Zeit“ gelesen, hätte er als Verantwortlicher für das ganze deutsche Volk dessen Schriften nicht ignoriert. Zu diesen gehört „der Geist der Zeit“, in dem Arndt sich – nach der Niederwerfung Napoleons – u.a. mit mit der Frage einer zukünftigen deutschen Landesverteidigung beschäftigt.

Arndt bietet unter der Überschrift „die deutsche Wehrmannschaft“ zunächst einen historischen Abriß über die militärische Entwicklung in Europa und kommt zu dem Schluß, daß die Organisation einer Landesverteidigung als „Wehrmannschaft“, heute würden wir von Miliz sprechen, wesentlich effizienter und kostengünstiger wäre als ein stehendes Heer. – Obgleich sich Arndts Entwurf sachlich eng an die heute noch vorhandene Struktur des Schweizer Bundesheeres anlehnt, erwähnt er dieses mit keinem Wort; – er orientiert sich eher an der damals aktuellen Struktur der schwedischen Landesverteidigung. – Wie dem auch sei, Bismarck hätte über das stolpern müssen, was Arndt über die Effizienz einer „wehrmannschaftlich“ organisierten Landesverteidigung geschrieben hatte:

Was soll man hieraus lernen? Und was haben die Völker daraus gelernt?

1. Daß ein stehendes Heer, wenn es auch aus lauter Eingeborenen besteht, weder die leibliche noch die geistige Krft hat, ein Land allein zu beschirmen, sobald die Zeiten irgend gefährlich werden. Denn jedes stehende Heer, auch das beste, wird leicht etwas von dem Volke Abgesondertes, Insichgeschlossenes, Sichvornehmeerundbessserdünkendes und entbehrt also nur zu bald aller gewaltigsten und größten Belebung der wahren Liebe und des wahren Mutes, welche nur aus dem Herzen des Volkes in dasselbe einströmen und ihm die geistige Unüberwindlichkeit geben können.

2. Daß also die verlorne und nach langer, schlimmer Zeit wieder entdeckte und wiedergefundene deutsche Wehrmannschaft nun nimmer wieder darf aufgegeben werden, wenn Völker nicht der Raub des ersten besten frevelnden und glücklichen Eroberers werden wollen, der mit größeren, geübten Haufen, als man ihm von dem Paradeplatz entgegenführen kann, über sie herfährt.

Diese treueste, ehrenfeste und mächtige Wehrmannschaft ist in sittlicher und politischer Hinsicht die größte Erscheinung, welche dem vom langen, starren Schlafe wiedererstandenen Vaterlande die letzten Jahre geboren haben, und mit löblichem Eifer weisen Fürsten und Volk sich allenthalben gleich bereit, dieser glänzenden Geburt der Zeit zu pflegen und sie zu voller Jugendkraft und Jugendschönheit zu erziehen. Ihre bestmögliche Schöpfung und Einrichtung ist die größte Aufgabe des Tages geworden. Wir sagen hier noch einige Worte über ihren Zweck und über die Vorteile, die sie dem Staate bringt, und über die Vorzüge, die sie vor jedem stehenden Heer hat.

Der erste große Zweck der Wehrmannschaft ist, daß jeder Bürger des Staates wieder in sein natürliches Recht und seine natürliche Pflicht eingesetzt wird, die männlichen Künste immer zu üben und nach dem Muster der Vorfahren mit den Waffen in der Hand das Vaterland zu schirmen und, wenn Gott will, für das liebe Vaterland das Leben zu lassen.

Der zweite Zweck ist, die sündliche Gebrechlichkeit des stehenden Heeres immer mehr zu verringern und, wie sehr es irgend die Umstände erlauben, abzuschaffen. Jedes stehende Heer wird im Frieden gar zu leicht etwas Abgestandenes und Totes, etwas Geistloses und Eingebildetes, woran sich Tand und Eitelkeit genug hängt. Die stehenden Heere sind seit hundertfünfzig Jahren die Plage und Not der Völker Europas gewesen, für ihre fortgehende Vermehrung und Unterhaltung haben alle Kräfte der Länder über das Maß gespannt und angestrengt werden müssen, für sie müssen die meisten Völker noch seufzen. Was von dieser ungeheuren Last durch ein zweckmäßig eingerichtete Wehrmannschaft des Vaterlandes abgewälzt werden kann, ist ein Gewinn für die Freude, die Sittlichkeit und den Wohlstand. Die Wehrmannschaft ist eine Einrichtung, die dem Christen und Freien gleich sehr geziemt, die stehende Heere wird jeder, der sie nicht als ein notwendiges Übel betrachtet, für ein Unglück erklären müssen.

Welche Vorteile hat die Wehrmannschaft für den Staat?

Wenn er sie im Frieden auf das einfachste und natürlichste einrichtet, so gewinnt der Staat wohl die Hälfte der Ausgaben, die er jetzt auf das stehende Heer wenden muß. Er kann seine Untertanen erleichtern; er gewinnt also fröhlichere, anhänglichere Bürger. Oder er kann das Geld, was das stehende Heer sonst kostete, zu gemeinnützigen, wohltätigen Zwecken verwenden. Er gewinnt, wie er nun nicht von einzelnen sondern von dem Mut und der Liebe aller getragen wird, selbst das Gefühl und Bewußtsein eines frischen und stolzeren Lebens, als bei der kälteren und steiferen Art des zwangvollen stehenden Dienstes haben konnte; immer aber hat er das hohe Gefühl, daß er nur untergehen kann, wann seine letzte freie Wehr erschlagen ist. Dies Gefühl gibt Liebe, Vertrauen, Stolz, tiefere Würde und edlere Weltansicht. So treibt in der großen Reihe der Dinge immer ein Leben das andere, eine Tugend die andere hervor. Was sonst kleinlich, matt, mutlos und geistlos, in allen seinen Teilen zerspalten und zerrissen, fast wie eine künstlich zugeschnittenen und bereitete Leiche dalag, woran jeder flachste Spitzkopf seine diplomatischen und kabinettlichen Künste zeigen konnte, das wird nun wirklich ein Lebendiges, ein Gemeinsames, ein Ganzes im Staate, und ohne Geist und Kraft mag keiner etwas bedeuten, wenn im Volke Geist und Kraft ist.

Die Wehrmannschaft hat Vorzüge vor dem stehenden Heere. Welche sind die?

Sie ist, zweckmäßig eingerichtet, über die Hälfte wohlfeiler.

Sie ist das Heer des Vaterlandes, sie gehört dem Vaterlande und dem Volke ganz an, da sie nach den wenigen Übungswochen wieder in den Schoß des Volkes und zu den gewöhnlichen Geschäften und Arbeiten zurückkehrt. In ihr bleibt der stillere, edlerer Sinn des ganzen Volkes immer lebendig. Sie kann wie das stehende Heer, dessen höchster und fast einziger Glaubensartikel blindester Gehorsam ist, nach dem altsassischen Sprichwort, das auch Napoleon und alle Tyrannen von Nimrod an verstanden haben, Folg Odder, un do Quad (Folge der Order und tue Schlechtes d.h. Order parieren, selbst wenn dir Schlechtes zu tun befohlen wird) von Gewalt und Hinterlist nicht gegen die Freiheit und das Gesetz gemißbrauchtet werden.

Sie ist, da sie immer bald aufgelöst wird, und jeder dann wieder zu seinen gewwöhnlichen Arbeiten zurückkehrt, keine Schule der Üppigkeit und Liederlichkeit, wie ein stehendes Heer, wo trotz aller Scheine von Tätigkeit und Geschäftigkeit doch soviele leere und müßige Stunden bleiben, seiner Natur nach fast notwendig werden muß.

Sie ist eine Übung der männlichen Künste und Tugenden für das ganze Volk, die sonst vergessen schlummerten, eine Erinnerung jeder Kühnheit und Trefflichkeit, eine Mahnung jeder Treue und Hingebung für das Vaterland. Wo alle, klein und groß und vornehm und gering, einer Pflicht und eines Rechts ermahnt werden, wo die Menschen der verschiedensten Stände und Gewerbe sich für einen großen Zweck versammeln, da muß die Gesinnung einer stolzen und edlen Gemeinschaft keimen, wenn die Menschen überhaupt etwas Keimliches haben, da muß das glorreiche Vaterland und die unsterbliche Tugend selbst solche entzünden, die sonst nur auf die gemeinsten Bedürfnisse und Geschäfte des Tages gerichtet waren.

Sie ist viel stärker als das stehende Heer. Denn sie besteht ja aus allen geistigen und leiblichen Kräften des gesamten Volkes. Ein stehendes Heer ist alles durch den Anführer. Ich will damit nicht sagen, daß die Wehrmannschaft ohne treffliche Anführung eben etwas Großes ist. Aber ein stehendes Heer kann nicht oft geschlagen werden, ohne daß es endlich völlig schlecht und geistlos werde; ein Volk kann, schlecht oder gut geführt, wenigstens bis zur Vernichtung mit dem Mut der Ehre und Verzweiflung kämpfen. Soll ich Beispiele anführen, wo die Ganze Geschichte e i n Beispiel ist? Und in unseren Tagen, wo wir Spanien und Tirol und die Vendee gesehen haben? Denn auf einem mageren und kalten einzelnen Boden steht ein stehendes Heer; wie flammt aber unter der Wehrmannschaft ein ganzer Ätna voll Liebe, Ehre, Treue, Weh und Wonne eines ganzen Volks! Die Kräfte sind hier zu ungleich; sie müssen ungleiche Wirkungen offenbaren. Aber die Wehrmannschaft ist nicht bloß durch di Gesinnung viel stärker als das stehende Heer; sie überwiegt auch an Zahl, und, was dieser Zahl an Übung mangelt, das ersetzt sie durch Geist. Das haben wir gesehen und werden wir ja immer sehen, wenn das Künstliche gegen das Natürliche, das Kalte gegen das Warme, das Herzvolle gegen das Dünkelvolle auftritt. Wir wollen nicht so albern sein zu behaupten, Übung sei nichts oder wenig – o sie ist etwas Gewaltiges! – aber es gibt hier eine Grenze, und es gehört noch etwas anderes dazu. Mit den leeren Bildern des Krieges soll im Frieden am wenigsten gespielt werden; sie sind so voll Gaukeleien des Tandes und Wahnes, daß die besten Männer darüber eitel und leer werden können und das zuletzt in einzelnen Tritten und Schwenkungen zu haben einen, wozu ein ganz anderes Streben und ein ganz anderes Schwingen und Schwenken gehört, wenn es einmal Sieg und Ruhm anlocken soll. Die zuviele Quälerei und Ziererei der Paradeplätze und der blanke und leere Prunk, welcher Eitelkeit und Aufgeblasenheit gebiert, macht ungeschickter für den erhabenen Ernst des Schlachtfeldes als derjenige ist, der vielleicht nur sechs Wochen R e c h t s! L i n k s! gehört hat. Das haben große Feldherren gesagt, ich sagen es nur nach.

Übrigens will ich hier noch einmal gestehen, daß ein stehendes Heer, das täglich geübt wird, die Wehrmannschaft allerdings an Gewandtheit und Fertigkeit übertreffen muß, daß es darin besser ist. Aber im dem Geist, der für die höchsten Güter in den Tod treibt, in dem Mut, der von einer unendlichen Liebe getragen und beseelt wird, in der Hingebung, welche alles drein setzt, kann es nie an die Wehrmannschaft reichen. Ich setze eine Wehrmannschaft voraus wie sie sein soll, eine solche die zweckmäßig eingerichtet, geübt und gebraucht wird. Diese muß das stehende Heer immer um die Hälfte Geist übertreffen. Laß das stehende Heer ihr nur um ebensoviel Übung und Fertigkeit überlegen sein, so sind diese beiden Kräfte so ungleich, daß die geistigen notwendig die leiblichen überwinden müssen. Jeder begreift, daß fünfzig Prozent Übergewicht an Geist, gegen ebensoviel Übergewicht an Übung und Fertigkeit in die Schale gelegt, wenigsten ziehen muß wie drei eins zieht. Das gibt aber die Erfahrung aller Zeiten, daß sowohl stehendes Heer als auch Wehrmannschaft, wann es nun zur wirklichen Anwendung des Geübten und zum Ernst des Gespielten kommt, wenigstens ein Vierteljahr Krieg bedürfen, ehe sie draußen inne werden, worauf es in Kriegen auch körperlich am meisten ankommt.

Die Wehrmannschaft ist ferner viel sicherer und fester als das stehende Heer, nicht bloß durch die Gesinnung sondern mehr noch durch die wirkliche Stärke. Ein Staat, der jetzt mit kümmerlicher Quälerei 200 000 Mann stehender Soldaten unterhält, mag leicht mit 600 000 Wehren ins Feld rücken. Gesetzt, diese müßten im Anfange des Krieges wegen geringerer Fertigkeit auch Lehrgeld geben und sie mit einigen guten Schlappen bezahlen, sie können es aushalten und sich mit antäischer Kraft leicht wieder ergänzen, wenn das Volk überhaupt einen edlen und freien Sinn hat, der für Herrscher und Vaterland entbrennen kann; und also stehen die Wehren als Kolosse da, die man nicht rücken kann, sondern die man zermalmen muß, wenn man über sie hin will. Nicht aber so das stehende Heer, wie trefflich es auch durch Übung und durch die Herrlichkeit des Feldherrn sein mag. Dieses kann zuweilen selbst bei seinen Siegen zittern; nie so das Volk, dem das Gefühl der Menge und Stärke inne wohnt. Denn bestände das Volk, das angegriffen wird, auch nur aus fünf Millionen Seelen, und der Angreifer zählte fünfzehn, so ist dieses, das sich auf seinem eigenen Boden verteidigt, dem Angreifer doch immer gewachsen. Es ist mit seiner ganzen streitbaren Kraft immer ganz zur Stelle; von jenem kann nur ein Dreißigstel, gewöhnlich nur ein Fünfzigstel gegen dasselbe ausrücken und wegen der Schwierigkeit geistiger und leiblicher Hilfsmittel diesen Kampf in der Ferne selten so lange ertragen als die kleinere Zahl in der Nähe. Das lehrt die Geschichte der berühmtesten Kriege und größten Feldherren, daß ein Heer von 100 000 bis 150 000 Mann die Zahl ist, wo der Geist des Befehls, sowohl aus dem Heere als auch dem Führer hervorgehend, die meiste, geschwindeste und geordnete Schnellkraft hat, daß die größere Zahl, wie sie wächst, immer mehr in die Gewalt des Zufalls fällt, wo dem hohen Genius des Feldherrn der Umgriff und Durchgriff zu mangeln beginnt, daß aber Scharen von 300 000 bis 500 000 Mann in e i n e r gleichen Kraftäußerung und Anstrengung selten lange zusammen gehalten werden können. Dies sei gesagt zum Trost für diejenigen, welche Überschwemmungen und Niedertretungen der Freiheit durch die Menge fürchten mögen. Sie sind freilich sogleich da, wo keine Wehrmannschaft ist.

Die Wehrmannschaft setzt den Krieg wieder in sein Recht ein, sie gibt ihm den heiligen und hohen Ernst wieder, den er seit zwei Jahrhunderten fast verloren hatte, sie reißt die gleißende Larve des Leichtsinns und der Spaßhaftigkeit ab, wozu er erniedrigt war. Denn was aus dem Gefühle und der Liebe und dem Zorn eines ganzen Volkes hervorgeht, muß freilich ganz anderen Nerv und Kern haben, als was leicht Kabinettskünste und höfische oder diplomatische Anzettelungen sonst geboren haben. Denn man mag den Krieg ansehen, wie man will, als einen Greuel oder als eine Wohltat des menschlichen Geschlechts, der Schein eines Mitteldings zwischen Ernst und Scherz, wie wir ihn so oft haben führen sehen mit lügenhafter Menschlichkeit, matter Schläfrigkeit und langsamer Quälerei, wobei die Völker doch zertreten werden, jenes halbe Spiel darf er nicht sein, sondern ein Spiel auf Tod und Leben, ja selbst auf Tod und Leben der Reiche und Völker, muß er sein.

Die Wehrmannschaft verkürzt den Krieg. Ein ganzes Volk, das die ganze Kraft dreinsetzt, bringt stehend oder erliegend immer geschwindere Entscheidung als stehende Heere, die von beiden Seiten immer langsam wieder ergänzt werden und das Übel durch das Verschleppen der Zeit erst recht zu einem fürchterlichen Übel machen.

Die Wehrmannschaft hindert den leichtsinnigen und ungerechten Krieg, der mit stehenden Heeren so leicht anzufangen ist und oft durch die Lüsternheit dieser stehenden Heere danach angefangen wird. Was sonst der herrschsüchtige Einfall eines Eroberers, die Tücke eines Günstlings, die Laune einer Kebsin leicht anzünden konnte, wird gefährlicher gewagt, wo die Herzen und Fäuste eines ganzen Volks mit dazu gezogen werden sollen. Ein Krieg um Nichts, ein ungerechter und toller Krieg ist ein gefährliches Spiel, wenn den Leuten, die darin sterben sollen, einfällt, ob er auch überall eine Not vom Gott und vom Recht war.

Dies und viel anderes könnte man mit viel schöneren Farben und Verzierungen gegen das stehende Heer und für die Wehrmannschaft sagen. Aber auch schon hieraus erhellt, welch eine Anstalt die Wehrmannschaft für die Sicherheit, Freiheit, Selbständigkeit und Ehre der Völker ist, wie sie eine heilige Flamme jeder hohen Gesinnung und stolzen Tat eine Züglerin und Hemmerin und Bändigerin der Tyrannei, Eroberungswut und Gewalt werden kann. Darum muß sie auch immer und ewig allen denen verhaßt sein, welche nach willkürlicher und ungerechter Gewalt streben – ihre unsichere Stütze ist das stehende Heer – aber Herrschern, welche auf Hoheit, Mut, Freiheit und Gerechtigkeit stehen und mit diesen Pflegern und Haltern der Unsterblichkeit für das Edle wagen und dulden wollen, muß es wohl das Herrlichste dünken, mit der Wehrmannschaft für Ehre und Vaterland ins Feld zu rücken.“

Lassen Sie sich den letzten Satz auf der Zunge zergehen und denken Sie an die Entwicklung Europas nach 1871:

Vom Atlantik bis zum Ural nichts als Staaten mit stehenden Heeren. Dazwischen Deutschland als geographisch „dicker Puffer“ zwischen Ost und West. Der Konflikt mit Frankreich war zwar zunächst ausgestanden, aber er war nicht beendet. – Der Durst nach Rache für erlittene Schmach wird heute „Revanchismus“ genannt. Dieser „Revanchismus“ führte Frankreich und Deutschland 1918 und 1940 erneut im Wald von Compiegne zusammen, was den Revanchismus und die Ressentiments freilich bis heute nicht beenden konnte. Wäre Bismarck ein kluger Mann gewesen und kein einfältiger Machtpolitiker, er hätte dem jungen aufstrebenden Wilhelm Zwo noch vor dessen Krönung die Luft unter den Adlerschwingen wegsaugen können. Denn, obgleich zur Dichtkunst befähigt, war Arndt kein Träumer. Ich reihe Arndt eher in die Riege der realistischen Propheten ein, wie es eigentlich alle Dichter und Poeten – bis hin zu den Drehbuchautoren – sind. Sie haben die Gabe, menschliche Verhaltensmuster ganzheitlich und intuitiv zu erfassen und, was schon fast wichtiger ist, so darzustellen, daß sie vom „Empfänger“ ebenfalls ganzheitlich erfaßt und „verstanden“ werden, ohne daß der „Verstand“ bemüht werden muß. Arndt wußte demnach wohl, daß sich mit dem „politischen Personal“ seiner Zeit die militärische „Verschweizerung“ Deutschlands nicht von jetzt auf gleich würde bewerkstelligen lassen.. Aufgrund des Erkennens menschlicher Verhaltensmuster hat er als „realistischer Prophet eine verblüffend zutreffende Zukunftsprognose abgeben können:

„Es muß das geschehen, was viele sagen: Das Volk muß erst durchexerziert werden. Ich bin nun freilich nicht ganz der Meinung; ich weiß wohl, daß es Mittel gibt und sicherere und schönere Mittel, das ganze Volk bald wehrhaft und waffenlustig und geübt und rüstig zu machen. Aber daß diese Mittel jetzt schon gebraucht werden könnten, ist bei der Stellung und den Verhältnissen der Dinge und Personen unmöglich. Ein Menschenalter muß gewiß vergehen, bis die deutsche Wehrmannschaft ganz das werden kann, was sie ihrer Natur nach sein könnte und sein sollte. Denn durch das ganze volle Gemüt, durch die ganze Sitte und Erziehung des Volkes muß diese Anstalt gehen, damit sie in unserer christlichen Zeit auf unsere christliche Weise und mit christlicher Zucht das werden könne, was sie zur Zeit unserer Vorfahren auf heidnische Weise einst war. Die Einrichtungen unserer Staaten, die Ansichten der Herrscher, die Vorurteile der Leute aus der alten Schule und überhaupt aller derjenigen, die von Natur zu einer engen Schule gehören, die Vorurteile der durch das Neue Benachteiligten oder Verletzten und viel anderes, das zu tief liegt, als daß es hier erörtert werden könnte, machen es noch unmöglich, daß diese Anstalt werden kann, was in ihrer Idee liegt, eine zugleich politische und sittliche, großartige Erziehung des ganzen Volkes im Sinn der christlichen Demut und der christlichen Hingebung des Lebens und aller irdischen Güter und in Wiederbelebung und Wiederherstellung der einfältigsten Staats- und Regierungsverhältnisse, wie sie als ein schöner Traum vor der Seele des frommen Vaterlandsfreundes schwebt. Doch wie sehr wir auch noch in den Anfängen dieser Vortrefflichkeit stehen, und wie fern das Ziel von uns noch ist, wohin wir streben, so mag es doch nichts Überflüssiges sein, wenn ich noch einmal in einigen leichten Linien hinzeichne, was unter anderen Gestalten und Beziehungen kürzer oder länger schon oft von mir dargestellt ist. Nicht, weil ich das meinige gerade für das Beste und Vollkommenste halte, sondern weil ich meine, daß es gut ist, daß wir Deutsche, welche leider gar zu leicht über das Wirkliche und über die Wirklichkeit des Augenblicks wegschweben, den Trieb nicht verlieren, über unsere wichtigsten Angelegenheiten Ideen zu wechseln. Und entsteht aus diesem Wechsel auch Krieg, was schadet denn dieser lustige Kampf, wobei gewöhnlich doch nur Federn fliegen?“

Das deutsche Kaiserreich war an seinem Ende von genau dem Schweben über der Wirklichkeit geprägt, das Arndt beschrieben hat. Willem Zwo wollte Deutschland zur Seemacht machen, machte sich aber in den Augen der englischen Regierung nur lächerlich. Am Ende rubelte die Propaganda der britischen Regierung den Lieblingsenkel von Queen Victoria zum „Hunnen“ um. – Dabei blieb, das vergessen die Historiker, die Identität der handelnden Personen immer erhalten.

Der Verlust des „Triebes, über die wichtigsten Angelegenheiten Ideen zu wechseln“, d. h. auszutauschen, entfachte ein Kampf, in dem, wie bei stehenden Heeren nicht anders zu erwarten, die Fetzen, nicht nur die Federn flogen:

1918. – Europa war mehr oder weniger ausgeblutet. In Deutschland redete man von Revolution, aber keiner wußte so recht, wie man sie veranstalten sollte. Der Kaiser hatte abgedankt und sich nach Holland verdrückt, das Volk war mehr oder weniger ohne „Alpha-Tier“, das ihm hätte Orientierung bieten können. 80.000.000 Menschen waren in derselben Lage wir die Armee Napoleons auf dem Rückzug aus Rußland. Die frierenden und hungernden Soldaten Bonapartes kannten wenigsten noch die Himmelsrichtung, der sie zustreben mußten. Das deutsche Volk hingegen lernte nach 1918 die Windrose so richtig kennen. Jede der alten und neuen politischen Parteien wie in eine andere Himmelsrichtung. Dabei wollte jede nur an den großen Freßnapf, doch keine kümmerte sich um das Volk.

Anstatt sich auf den Vordenker Arndt zu besinnen, dessen Ideen auch bei den Verhandlungen über den Versailler Vertrag durchaus in die Waagschale hätten geworfen werden können, schafften des die „Berufspolitiker“, ein „100.000–Mann–Heer“, die „Reichswehr“ durchzusetzen. Diese verkörperte wie keine andere militärische Einrichtung in der Geschichte Mitteleuropas die Gefahr, vor der Arndt gewarnt hatte. – Sie haben es gelesen, aber wohl kaum beachtet:

“ Der zweite Zweck ist, die sündliche Gebrechlichkeit des stehenden Heeres immer mehr zu verringern und, wie sehr es irgend die Umstände erlauben, abzuschaffen. Jedes stehende Heer wird im Frieden gar zu leicht etwas Abgestandenes und Totes, etwas Geistloses und Eingebildetes, woran sich Tand und Eitelkeit genug hängt.“

Es dauerte nicht lange, da und die Reichswehr wurde schlagwortartig als „Staat im Staate“ etikettiert. – Durchaus folgerichtig und nicht zu Unrecht.

Am 30.1.1933 war die letzte Chance des „Deutschen Reichs“ endgültig verspielt, als „Bollwerk des Friedens“ Einzug in die Geschichtsbücher zu halten. Zu diesem Zeitpunkt hatte die „Rote Armee“, das stehende Heer Lenins und Stalins, das Volk der damaligen UdSSR vollständig unterjocht. Der unverhohlene Anspruch auf die Befugnis zum Export der „Revolution“ mußte Gegenkräfte auf den Plan rufen. – Wenn Ihnen jemand androht, in Ihr Wohnzimmer zu pinkeln, werden Sie wohl auch dafür Sorge tragen, daß das unterbleibt. – So ist auch der Wunsch des Deutschen Volkes verständlich, trotz allem Elend von der „Weltrevolution“ verschont zu bleiben. – Aber von dem Träumer in der Reichskanzlei, der die ganze Welt für die Schmach des Versailler Vertrages bestrafen wollte, war eine Abwehr der kommunistischen Bedrohung durch Schaffung einer deutschen Wehrmannschaft nicht zu erwarten.

1939 realisierte sich dann endgültig erneut die Gefahr, die Arndt im Jahre 1818 realistischer eingeschätzt hatte als alle der seit seinen Tagen tätigen „Berufspolitiker“. Ich erinnere an die oben erwähnten Worte Arndts:

„Die Wehrmannschaft hindert den leichtsinnigen und ungerechten Krieg, der mit stehenden Heeren so leicht anzufangen ist und oft durch die Lüsternheit dieser stehenden Heere danach angefangen wird. Was sonst der herrschsüchtige Einfall eines Eroberers, die Tücke eines Günstlings, die Laune einer Kebsin leicht anzünden konnte, wird gefährlicher gewagt, wo die Herzen und Fäuste eines ganzen Volks mit dazu gezogen werden sollen. Ein Krieg um Nichts, ein ungerechter und toller Krieg ist ein gefährliches Spiel, wenn den Leuten, die darin sterben sollen, einfällt, ob er auch überall eine Not vom Gott und vom Recht war.

Dies und viel anderes könnte man mit viel schöneren Farben und Verzierungen gegen das stehende Heer und für die Wehrmannschaft sagen. Aber auch schon hieraus erhellt, welch eine Anstalt die Wehrmannschaft für die Sicherheit, Freiheit, Selbständigkeit und Ehre der Völker ist, wie sie eine heilige Flamme jeder hohen Gesinnung und stolzen Tat eine Züglerin und Hemmerin und Bändigerin der Tyrannei, Eroberungswut und Gewalt werden kann. Darum muß sie auch immer und ewig allen denen verhaßt sein, welche nach willkürlicher und ungerechter Gewalt streben – ihre unsichere Stütze ist das stehende Heer – aber Herrschern, welche auf Hoheit, Mut, Freiheit und Gerechtigkeit stehen und mit diesen Pflegern und Haltern der Unsterblichkeit für das Edle wagen und dulden wollen, muß es wohl das Herrlichste dünken, mit der Wehrmannschaft für Ehre und Vaterland ins Feld zu rücken.“

Wenn man sich die Geschichte des zweiten Weltkriegs anschaut, erfüllte keine Armee der „kriegführenden Parteien“ die Anforderungen, die Arndt an das „Herrlichste, für Ehre und Vaterland ins Feld zu rücken “ gestellt hatte: Junge Männer wurden rekrutiert und verheizt, und zwar von allen an diesem Krieg beteiligten „Regierungen“.

1945 bot Europa ihrem Zeus ein Bild des Jammers: sie mußte in Sack und Asche durch die Weltgeschichte schleichen. Aber Zeus wäre kein Gott, wenn er sie damals verlassen hätte. Ganz im Gegenteil, denn die Katastrophe des zweiten Weltkriegs eröffnete den Weg, die Völker Europas wieder ein Volk werden zu lassen.

Das haben die „Berufspolitiker“ in den Hauptstädten unseres Kontinents freilich noch nicht so richtig mitbekommen, denn immer noch halten sie in ihrem anachronistischen Starrsinn an den stehenden Heeren fest.

Die Geschichte stellte den Deutschen ein drittes Ultimatum, um die Reformation der Territorialverteidigung einzuläuten Unter der Führung eines Konrad Adenauer ließen die bundesdeutschen „Berufspolitiker“ auch dieses ungenutzt verstreichen. –Und das, obwohl sich in Bonn unweit des ehemaligen Regierungsviertels das Ernst-Moritz-Arndt-Haus befindet. – Der „olle Adenauer“ hätte nur wenige Schritte zu Fuß gehen müssen, um in „Die Deutsche Wehrmannschaft“ zu blättern und im Rahmen der „Westintegration“ den zukünftigen NATO-Partnern eine Bundeswehr nach Schweizer Vorbild schmackhaft zu machen:

„Also eine allgemeine Wehrmannschaft soll sein, und das stehende Heer soll abgeschafft werden, und es soll gar nichts von ihm bleiben? Das meinst du? Das siehst du für ein Glück des Vaterlandes und für eine Erleichterung der Menschen an?

Das wäre allerdings ein großes Glück des Vaterlandes und eine Wohltat für die ganze Menschheit. Aber ganz ist das nicht möglich, wie unser Leben die Stufen und Verhältnisse unserer und der allgemeinen europäischen Bildung und der Kriegsart und Kriegskunst der Zeit nun einmal sind. Aber die Mehrheit des stehenden Heeres will ich abgeschafft, das ganze Fußvolk will ich in Wehrmänner verwandelt wissen. Man höre: (…) Die vier Wochen, welche für die Jugend in der Lehre und im Unterricht und für die Erwachsenen in der Arbeit und dem Gewerbe verloren gehen, werden dem Ganzen reichlich ersetzt durch das Aufhören der Lasten, die mit dem stehenden Heere notwendig verbunden sind, und durch die Rüstigkeit und Tapferkeit, welche jeder einzelne, der durch den Stolz, den Mut und die Sicherheit, welche das ganze Vaterland gewinnt. Das Fußvolk hat bei dieser Einrichtung gar keine Jahre stehenden Dienstest; denn im Kriege, wo alles heran muß, wessen das Vaterland bedarf, wird es wohl weder ein stehendes noch ein laufendes Heer sein; ein laufendes zuweilen wohl, aber vorwärts. (…) Ich habe angedeutet, durch welche Übungen und durch welchen Geist eine stolze und feste Wehrmannschaft, wie mir scheint, gebildet werden und das stehende Heer, wenigstens das Fußvolk, allmählich schlafen gehen kann. Viel würde es auch wirken auf die Reizung und Belebung der kriegerischen Sinns, wenn die Gesetze und Anordnungen der Regierungen dafür sorgten, daß die Menschen auf eine natürliche und spielende Weise tirolisch und pandurisch im Gebrauche des Feuergewehrs geübt würden. Das müßte das Gesetz verordnen – es hat vormals in Deutschland gegolten, bis auf unsere Zeiten auch noch in einigen vormals hansischen Städten – daß jeder angesessene Hausvater durchaus ein Gewehr oder eine Büchse haben müßte; und darüber müßte von der obrigkeitlichen Behörde jährlich ordentliche und strenge Schau gehalten werden. Wann diese Ordnung erst fest stände, und wenn man dann in allen Bezirken in er fröhlichen Frühlings- und Sommerzeit Schießübungen anstellte, die sich von selbst machen würden, wenn man nur Preise aussetzte und den besten Schützen eine Art öffentliche Ehre erzeigt, und wenn die Regierungen solche edle und männliche Waffenspiele überhaupt als etwas Fröhliches und Löbliches unter ihre Hut und ihren Schutz nähmen, so würde das Tapfere und Kriegerische auf die unschuldigste und würdigste Weise immer im Volke genährt und bewahrt. (…) Wenn man auf den Flanken noch Hunderttausende von Männern lauschend und lauernd hat, von welchen man nicht weiß, ob sie nicht einen guten Tag alle Sturmglocken der Herzen und Türme ziehen und in hellen Haufen aus ihren Bergen, Sümpfen und Wäldern rücken, so wird jeder kühnste Zug ein sehr mißliches Spiel.

Dies ist meine Idee einer deutschen Kriegsordnung und der künftigen Wehrmannschaft. Der Krieg wird dadurch mehr ruhend als fliegend und ziehend. Je größer und zahlreicher die stehenden Heere, jemehr vereinzeltes und heimatloses Gemisch ohne Gott, Religion, Vaterland und Heimat sie sind, desto brauchbarer sind sie einem Eroberer, mit ihnen die Welt zu durchziehen und zu überziehen. Sie, selbst unstete und leichtsinnige Feldflüchter, Durchreiser aller Länder und Heere, machen ihren Gebieter leicht zu dem, was unser alter, treuer Schuhmacher und Dichter zu Nürnberg weiland Hans Sachs auf das Wörtlein Kaiser reimt, zu aller Welt gewaltigem Durchreiser. Die Wehrmannschaft hingegen wird dem Gemeinsamen und Vaterländischen nicht entzogen, sie bleibt immer ganz in dem Volke und in dem Gefühle und dem Leben des Volkes. Wann sie sich durchgearbeitet hat und durch alle Adern und Nerven des ganzen Volkes gedrungen ist, dann liegt dieses Volk auch in aller seiner Freundlichkeit und Milde immer wie ein schlafender Löwe da, mit dem man wohl zuweilen spielen kann, den man aber nicht necken darf. Denn das ist recht, daß ein Volk, das gern selbst Frieden hat und anderen Frieden läßt, auf den übermütigen Angreifer und ränkischen Überlister die ganze volle Kraft loslasse und ihn so strafe, daß ihm die Lust vergeht, die geheiligte Grenze zu überschreiten. Eroberungen aber und Vergrößerungen über das Gebiet seiner Sprache hinaus sollen immer mehr von allen als Greuel verflucht werden, denn alle Listen von wilden Tyrannen und unruhigen Eroberern würden zu großen Taten gestempelt, wenn sie nicht so genannt würden. (…) Nichts könnte in größerem Stile geschwinder für die Verbrüderung wirken als eine rechte und gerechte deutsche Kriegsordnung der Wehrmannschaft. Wir Deutsche, die im Ratschlagen immer mächtig sind, haben auch nicht Zeit, uns über eine solche Anstalt lange hin und her zu beraten und zu bedenken; die Wölfe und Füchse schwänzeln nicht bloß um die Mitternacht sondern bei hellem Tage genug um unsere Tore hin und lauschen, ob die Hühnerställe und Schafställe auch verschlossen sind.“

Ich hoffe, sie haben es nicht überlesen: „Das wäre allerdings ein großes Glück des Vaterlandes und eine Wohltat für die ganze Menschheit.“ – Einhunderteinundfünzig Jahre später sprach ein gewisser Neil Armstrong verblüffend ähnliche Worte: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit.“ – Auf dem Mond war Armstrong der irdischen Wirklichkeit freilich weiter entrückt als Arndt der „politischen Realität“. Während Armstrong seine Worte sprach, verreckten etwa ein Dutzend seiner Landsleute im Dschungel Vietnams.

Wer weiß, wie in dieser Welt alles zusammenhängt, aber den 20. Juli 1944 hätte es ohne das Versäumnis, Deutschland militärisch zu „verschweizern“, nicht gegeben. Auch der 20. Juli 1969 hätte so nicht stattgefunden, wenn der „Fuchs“ Adenauer ein wenig schlauer gewesen wäre. Die „Wettrüstungsspirale“ war so nie in Gang gekommen. Denn auch die Moskauer Führung und die Gebieter über die Nationale Volksarmee hätten sich mehr als dreimal überlegt, Mitteleuropa militärisch zu bedrohen, wenn sie auf der Gegenseite mit rund 30.000.000 G-3 im Schrank hätten rechnen müssen. Keine Straßenkreuzung, die nicht verteidigt worden wäre. Sie hätten jedes Haus einzeln unter Feuer nehmen müssen, um die eigenen Panzertruppen durch ein dichtgeknüpftes Netzwerk von Panzerfäusten und –abwehrraketen zu leiten. – Mit anderen Worten, das „Eintrittsgeld“ in den Westen Europas wäre auch für die Führung des Warschauer Paktes unvertretbar hoch gewesen.

Die Historiker der alten Schule mögen das anders sehen. Und weil sie es anders sehen, hat auch der Historiker Helmut Kohl im Jahre 1990 den allfälligen Gang zum Arndt-Haus in Bonn ebenfalls versäumt.

Kaum noch jemand erinnert sich daran, wie die „Siegermächte“ sich gegen eine Wiedervereinigung Deutschlands sträubten. – Formal zeigte man Angst vor dem Koloß in der Mitte Europas, vor einem Wiedererstarken Deutschlands, vor einer Neuauflage des „Dritten Reiches“. – Allein die Existenz des „Zwei-plus-Vier-Vertrages“ zeigt, daß auch Helmut Kohl damals seine historischen Schularbeiten nicht gemacht hatte. Die Bundeswehr blieb, obwohl sie mit dem Ende des Warschauer Paktes ihre Daseinsberechtigung als Verteidigungsarmee, als „Verteidigungsverein der Bürger in Uniform“, vollständig eingebüßt hatte, als stehendes Heer bestehen; und das einschließlich der Allgemeinen Wehrpflicht.

Das war die vierte Chance.

Das drohende Heraufziehen einer fünften Chance zu erahnen, war und ist von den Nachfolgern Helmut Kohls nicht zu erwarten. Im Jahre 1999 bekamen Schröder und der grüne Erzpazifist Fischer die Gelegenheit, mit Waffen Frieden zu schaffen. Deutsche Soldaten sind heute länger auf dem Balkan als während des zweiten Weltkriegs. – Und sie sind jetzt schon länger in Afghanistan, als der zweite Weltkrieg überhaupt gedauert hat! – Ein Ende ist nicht abzusehen, ganz im Gegenteil! – Das böse Spiel scheint gerade erst anzufangen:

Werfen wir den einen Blick in den Irak und nach Afghanistan, den anderen in den Nahen Osten. Das Bild ist immer dasselbe: Rekrutieren und Verheizen. – Wenn Sie so wollen, ein globales „Ballerspiel“, das von den „Vereinten Nationen“ gespielt wird.

Das kann auf Dauer nicht so weitergehen, weil es nicht so weitergehen darf. Vor zwei Jahren entwaffnete sich die „illegale“ Irisch-Republikanische Armee selbst. Sie verstand sich in der Tradition der Männer, die ab 1916 die Freiheit der irischen Republik erkämpft hatte. Die Republik Irland verfügt heute über eine im europäischen Vergleich geradezu lächerliche Heimatschutztruppe. Aber der Geist, den Erst Moritz Arndt in die „deutsche Seele“ hineininterpretiert, ist nirgendwo lebendiger als in Irland.

Als ich anläßlich der Selbstentwaffnung der Irisch-Republikanischen Armee dem guten alten Uncle Sam die Worte: Join the IRA! – Drop! Your! Fucking! Guns! NOW! – in den Mund lege, verstieß ich gegen die einhellige Lehre der weltweit herrschenden Kriegsdoktrin, befinde mich aber auch heute noch mit Arndt, dem irischen und dem schweizerischen Volk in bester Gesellschaft. Ich wiederhole:

Also eine allgemeine Wehrmannschaft soll sein, und das stehende Heer soll abgeschafft werden, und es soll gar nichts von ihm bleiben? Das meinst du? Das siehst du für ein Glück des Vaterlandes und für eine Erleichterung der Menschen an?

Das wäre allerdings ein großes Glück des Vaterlandes und eine Wohltat für die ganze Menschheit.

Wir Deutschen haben als Volk mit der Geschichte immer noch eine Rechnung offen. Das Deutsche Volk ist als ausschließlicher und unbeschränkter Inhaber der verfassunggebenden Gewalt gemäß Artikel 146 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland dazu berufen, in freier Entscheidung eine Verfassung zu beschließen; und zwar in einer unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Volksabstimmung. Wir sollten, was die Landesverteidigung anbelangt, die fünfte Chance nutzen. Wer weiß, ob sich noch eine nächste bietet.

102. Jahrestag des Osteraufstandes

Die Zeit wird knapp…

Januar 26, 2008
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Es wird, wenn es nach dem Willen des „Bundeswohlfahrtsausschusses“ geht, nicht mehr lange dauern, dann werden auch deutsche Soldaten mit ähnlichen Entstellungen nach Hause kommen.
Wenn Sie Anstoß nehmen sollten am Begriff „Bundeswohlfahrtsausschuß“, der Frau Merkel in die Nähe eines Maximilan Robbespierre rückt, dann sollten Sie darüber nachdenken, daß es kein „Bundeskabinett“ gibt. – Die im „Kabinett“ versammelte Lakaienriege war das Herrschaftsinstrument der absolutistischen Fürsten.
Wenn auch heute auf dem Pariser Platz in Berlin auch keine Guillotine mehr steht, am „Paragraphenterror“ und an der Willkürherrschaft durch den Bundeswohlfahrtsausschuß hat sich nichts geändert, denn der Bundeswohlfahrtsausschuß bestimmt, was die ach so „frei gewählten“ Parlamentarier“ zu tun und zu lassen haben…
Wenn der Bundeswohlfahrtsausschuß beschließt, daß Berlin am Hindukusch verteidigt wird, dann braucht der „Bundestag“ dem nur noch zuzustimmen, und dann ist das so. – Egal, wer und wieviel dabei draufgehen.
Das ist die „Demokratie“, wie sie in der DDR verstanden wurde, allein , daß das „Politbüro“ vom Bundeswohlfahrtsausschuß abgelöst wurde. – Dem Volk predigt man Wasser und trinkt „Kabinettswein“.

Schockfotos

Dezember 3, 2007

EU-weit sind Bestrebungen im Gang, den Rauchern mit sogenannten „Schockfotos“ das Rauchen zu vergällen. – Ich gehe davon aus, daß die auf den folgenden Schockfotos abgebildeten Personen lieber geraucht hätten..

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Bundestag und Sterbehilfe

November 21, 2007

 

Von: gerhard.altenhoff@giordano-bruno-institut.de

An: dieter.wiefelspuetz@bundestag.de, hubert.hueppe@bundestag.de, ewk@egon-w-kreutzer.de, krimsem@jura.uni-bonn.de

Datum: 20.11.07 23:04:57

Betreff: Rheinische Post v. 20.11.2007 „Sterbehelfer kommen nach Deutschland“

Inhalt:

Received: from [77.183.140.134] by freemailng5302.web.de with HTTP;

 Tue, 20 Nov 2007 23:04:57 +0100

Date: Tue, 20 Nov 2007 23:04:57 +0100

Message-Id: 771060620@web.de

Lieber Dieter Wiefelspütz, lieber  Hubert Hüppe,

jetzt regt Euch doch bitte nicht künstlich auf. Es ist doch noch gar nicht lange her, da habt Ihr der großen „Sterbehilfeaktion“ im Deutschen Bundestag zugestimmt. – Die Qualifikation des Bundestagsbeschlusses, der die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes an allen Fronten des globalen Bürgerkriegs vorsieht, als „Sterbehilfe“ ist so euphemistisch wie der Begriff „Endlösung“:

 Welch ein Zufall! – Am 7.11.2007 platzt die Nachricht herein, in der Schweiz seien zwei Deutsche der „aktiven Sterbehilfe“ zum Opfer gefallen. Am selben Tage strahlte um 20.40 Uhr der Sender „Arte“ Stanley Kubricks Meisterwerk „Wege zum Ruhm“ aus. Auch dieser Film beschäftigt sich mit dem Thema „Sterbehilfe“. – Einer Form von „Sterbehilfe“ freilich, die ganz ohne „Sterbewillige“ auskommt:

Weil es an „Sterbewilligen“ mangelte, die auf den Pfiff des Unteroffiziers hin zum Sterben antreten wollten, entschloß sich ein französischer General, anstelle des deutschen Feindes diesen Leuten mit der eigenen Artillerie „Sterbehilfe“ zu leisten. – Diese Form von Nachhlfeunterricht in „aktiver Sterbehilfe“ fruchtete nicht so recht. Also besann sich der General auf die römische Form der „Sterbehilfe“: Das Dezimieren. Er ließ einige Soldaten durch die Mühlen der Militärjustiz drehen. Die „Sterbewilligkeit“ dieser armen Teufel wurde am Ende dadurch erhöht, daß man sie an einen Pfahl band. Die „Sterbehilfe“ leistete ein Exekutionskommando.

Wie der Zufall es so will, verstarb am Allerheiligentag der Pilot des Flugzeugs, das 70.000 Einwohnern Hiroshimas beim Sterben half.

Bis vor wenigen Wochen konnte man im „Reisebüro des Todes“ die Reise ohne Wiederkehr auch beim Reiseveranstalter Schwarzenegger buchen. – Intravenöser Begrüßungscocktail inklusive!

Erst vor wenigen Wochen kam der Oberste Gerichtshof der USA auf den Gedanken, die „Sterbehilfe“ des „Terminators“ könnte eventuell gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten verstoßen. – Wieder so ein Zufall: Ich suche auf WELT-online nach dem Datum der Entscheidung, und was springt mir ins Auge:

Todesstrafe – im Preisvergleich

Die „staatliche“ Sterbehilfe in ihren absurden Formen ist ohne ein Phänomen nicht denkbar, das man den „unbedingten Gehorsam“ nennt. Den verlangen unsere „Berufspolitiker“ von den „Bürgern in Uniform“. Mit dem Marschbefehl und einem „robusten Mandat“ haben ihnen die „Politiker“ außerdem die „Lizenz zum Sterben“ erteilt. Aber wenn ein Taliban oder „Sebstmordattentäter“ dann tatsächlich „Sterbehilfe“ leistet, ist das Geschrei groß!

Seit 1900 erfreut sich im Durchschnitt alle drei Sekunden ein Mensch der von Seiten des „Staates“ geleisteten „Sterbehilfe“.

Machen Sie doch einmal eine Umfrage zu diesem Thema:

Welche Art des Sterbens würden Sie vorziehen

a.)   mit dem „goldenen Schuß“ auf einer Bahnhofstoilette?

b.)   mit einem Bauchschuß im Niemandsland?

 Wie könnt Ihr euch allen Ernstes des Themas „Beihilfe zur Selbsttötung“ annehmen, ohne dabei puterrot zu werden. Wie ich in meinem Buch „Akte 6/6/44 – Mordsache Private James Ryan – Gottes Antwort auf Kains Frage“ ebenso eindringlich wie eindeutig nachgewiesen habe, ist der „Marschbefehl“ in ein sogenanntes „Krisengebiet“ eine Waffe, weil der Marschbefehl geeignet und bestimmt ist, Menschen zu töten oder  zu verletzen. – Ihr habt den Marschbefehl ausgestellt, und Ihr habt den Soldaten, die bislang für Schröder, Volk und Vaterland, aber auch für Merkel, Volk und Vaterland „gefallen“ sind, höchstpersönlich auf dem Gewissen. Aber auch die Menschen, denen die Besatzungen Eurer „Tornados“ beim Sterben geholfen haben.

„Wir können uns diese Provokation des Rechtsstaates nicht gefallen lassen“ – so Ihr Zitat, lieber Hubert Hüppe, gegenüber der Rheinischen Post. Ihr müßt Euch eine noch größere Provokation gefallen lassen, nämlich meinen Gesetzentwurf zu Qualifizierung des „Befehls“ als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Gemäß Artikel 38 GG sind Abgeordnete an Aufträge und Weisungen nicht gebunden, das bedeutet aber kein Verbot, Aufträge an Abgeordnete zu vergeben oder ihnen Weisungen zu erteilen. – Immerhin ist Ihre Kollegin Bätzing „Drogenbeauftragte der Bundesregierung“. Ihr alle liebt den „Wählerauftrag“. Ich bin „Wähler“ und erteile hiermit den Wählerauftrag, unverzüglich den in der Anlage beigefügten Gesetzesentwurf dem Bundestag zur Entscheidung vorzulegen.

Im übrigen solltet Ihr den größten Zapfenstreich aller Zeiten unverzüglich herbeiführen: Sofortige Entbindung aller Soldaten von Fahneneid und feierlichem Gelöbnis. – Schickt die „Bürger in Uniform“ umgehend nach Hause. Deren Platz ist an der Seite ihrer Frauen und Kinder, nicht an der Front.

Niemand braucht Eure „Lizenz zum Sterben“. – Das wird wohl das wahre Motiv eines Berufspolitikers sein, einmal in den Genuß der Herrschaft über Leben und Tod zu gelangen.

Anliegend finden Sie als PDF Datei mein erwähntes Buch und den Gesetzentwurf, den ich unlängst Ihrem Kollegen Gröhe zugeleitet hatte: – Was soll ich Ihnen sagen, er hat sich nicht einmal für meine „Vorarbeit“ bedankt.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff

 

 

Der Gehorsam und das Rauchen

November 1, 2007

Wenn einer der Männer auf den gezeigten Bildern den 2. Weltkrieg nicht überlebt hat, ist er mit Sicherheit nicht an Lungenkrebs gestorben.

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Birma

Oktober 2, 2007

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September 18, 2007

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Bilder

September 1, 2007

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Vorsicht Genozid!

September 1, 2007

 

Der englische Verhaltensforscher Desmond Morris schreibt in seinem Buch „Der Mensch mit dem wir leben“ auf Seite 309:

 

Eine degenerierte Form des Sports, die besondere Erwähnung verdient, ist das Kriegführen. In frühester Zeit, als die Waffen noch neu waren, war eine blutige Sportart so gut wie die andere. Als die Jagd auf wirkliche Nahrungsobjekte nicht mehr im Mittelpunkt stand, hatte man eine reiche Auswahl an Ersatzobjekten. Jedes Jagdopfer war recht, wenn es nur die nötige Erregung, den gewissen Kitzel mit sich brachte, und warum sollte man die menschliche Beute ausschließen? Die frühen Kriege waren keine totalen Kriege, sie waren streng regulierte und auf ein Schlachtfeld begrenzte Angelegenheiten, etwa wie eine sportliche Auseinandersetzung heute. Die Krieger verwendeten dieselben Waffen, die ihnen auch zur Jagd dienten, und im besonderen Fall des Kannibalenkrieges erstreckt sich die Ähnlichkeit sogar noch bis zum Aufessen der Beute

 

Tragischerweise ist der kriegerische Typus des Sportverhaltens bald außer Kontrolle geraten und zu blutigen Massakern eskaliert. Dafür gibt es zwei Gründe. Einerseits führte die Waffentechnik an einen Punkt, wo das Führen einer Waffe keine persönliche Tapferkeit und keine körperliche Kampfgeübtheit mehr erforderte. Aus dem Jäger-Krieger wurde ein Abschlachtungs-Technologe. Andererseits wuchs die Zahl der Menschen immer stärker, bis eine Überbevölkerungskrise entstand. Es kam zu immensem sozialen Druck und zu horrenden Konkurrenzanforderungen. Der alte Sport des Jagd-Kriegs gebar den Wahnwitz des modernen Vernichtungskriegs.“

 

Die von Morris geschilderte globale Situation traf zu Beginn der „modernen“ Menschheit durchaus auf deren Existenzbedingung zu. Morris weist zwar auf die moderne Waffentechnik hin, aber diese wäre ohne das dahinterstehende Bedürfnis, mit möglichst wenig Aufwand so viele Menschen wie möglich umzubringen, nicht denkbar.

 

Des weiteren, das ist Morris wohl entgangen, gab es schon „Vernichtungsfeldzüge“, als noch mit jagdtauglichen Waffen gekämpft wurde und Mann gegen Mann stand. Der berühmteste von allen dürfte der Feldzug gegen Troja gewesen sein. Weniger bekannt ist bereits der Zweite Punische Krieg, der zur Zerstörung Carthagos führte und Rom zur europäischen Supermacht werden ließ.

 

Auch Gaius Julius, genannt Caesar, ließ sich diesbezüglich nicht lumpen. Anläßlich seiner Gallienfeldzüge ließ er mehr als einmal ganze Landstriche entvölkern. Bei seinen eigenen Landsleuten machte er sich allerdings erst durch sein perfides Vorgehen gegen die Usipeter und Tenkterer unbeliebt, die im Frühjahr des Jahres 55 v. Chr. in der Nähe von Nimwegen lagerten.

 

„Die ahnungs- und führerlosen Germanen, die im Lager ruhig ihren täglichen Beschäftigungen nachgingen und an nichts Böses dachten, wurden vom römischen Heer plötzlich überfallen und abgeschlachtet. Caesar beschreibt dieses »Heldenstück« geradezu mit einem gewissen Genuß. Die römische »Humanitas« und Caesars »Clementia« (Milde) werden besonders durch folgenden Satz ins rechte Licht gerückt: »Die übrige Masse der Frauen und Kinder – die Germanen waren nämlich mit allem Volk ausgezogen und über den Rhein gegangen – begann allerorts zu fliehen. Zu ihrer Verfolgung sandte Caesar die Reiterei aus.« Es ist besonders bezeichnend, daß Caesar nicht wagte, die Reiterei gegen waffenfähige Männer, wohl aber gegen wehrlose Frauen und Kinder einzusetzen. Wieder schließt Caesar seinen Bericht mit der ausführlichen Schilderung der Niedermetzelung der feige überfallenen Germanen. (Alfred Franke, Rom und die Germanen, Herrsching 1986, S. 191)

 

Caesars Vorgehen in dieser Sache ging damals selbst den römischen Senatoren zu weit. Cato der Ältere hatte rund 150 Jahre vor Caesar noch die Meinung vertreten, Carthago müsse zerstört werden, Cato der Jüngere hingegen beantragte im Senat wegen des geschilderten Vorfalls die Auslieferung Caesars an die Germanen.

 

Wie es damals am linken Niederrhein wahrscheinlich ausgesehen hat, zeigt ein Fund, in Somerset (Südwestengland), nämlich die Keltenstadt „Cadbury-Camelot“. Bei der Ausgrabung des Südwesttores wurden die Überreste von Kindern entdeckt. Diese waren auf jede nur erdenkliche Weise zerstückelt worden und die Leichenteile waren über den ganzen Torweg verstreut. Der Anblick muß dermaßen grauenvoll gewesen sein, daß einige der freiwilligen Helfer sich weigerten, hier weiterzuarbeiten. (Franke S. 60) – Täter waren auch hier römische Legionäre. Keine wilden Barbaren, sondern Soldaten der größten „Kulturnation der Antike. Und ich setze als bekannt voraus, daß sich römische Soldaten sich ein Ding mit Sicherheit nicht leisten durften: Disziplinlosigkeit.

 

Kavallerie gegen Frauen und Kinder. – Wie oft mag sich dieses Muster seit Caesar überall auf der Welt wiederholt haben. Die bekannteste Wiederholung dürfte das Massaker vom Sand Creek sein, als US – Kavalleristen ein Indianerdorf niedermetzelten.

 

Bis weit in die Neuzeit hinein wurden derartige Untaten mit Waffen begangen, die durchaus aus Feuerstein, Holz und Knochen hätten hergestellt werden können. Der Argumentation Morris’, der die Unmenschlichkeit an die moderne Waffenentwicklung anknüpfen möchte, kann einerseits aus diesem Grunde nicht gefolgt werden, andererseits aus dem Grund, daß der älteste Beleg für einen „Vernichtungsfeldzug“ gut und gerne 7000 Jahre alt ist. Der bislang älteste Knochenfund, der auf einen Genozid hinweist, wurde in Talkirchen (Baden-Württemberg) gemacht. Er wurde überwiegend mit Steinäxten verübt und kostete 34 Menschen im Alter von 2 – 60 Jahren das Leben. Bedenkt man, daß auch in der Jungsteinzeit die Horde oder das Dorf mit 25 –50 Individuen ein „Volk“ bildeteten, dann ist das Ereignis von Talkirchen der älteste nachweisbare Völkermord der Weltgeschichte. – Er ist der älteste nachweisbare, aber mit Sicherheit nicht der älteste an sich. – Vielmehr ist ein nachgewiesener steinzeitlicher Völkermord Indiz dafür, daß der Genozid, das rücksichtslose Töten von Artgenossen, zu den Eigenschaften des “modernen“ Menschen zählt. Genozidale Tendenzen zeigen sich in der ganzen Welt, bei allen Völkerschaften, wie der Genozid der Hutus an den Tutsis im Jahre 1994 mehr als deutlich macht. Auch hier kamen keine „modernen“ Waffen mit „Fernwirkung“ zum Einsatz, erst recht keine „Massenvernichtungsmittel“. Man benutzte wie vor 7.000 Jahren in Talkirchen das Werkzeug oder die Waffe, die man „gerade zur Hand“ hatte, dazu, Artgenossen abzuschlachten.

 

Kaum jemand weiß, daß Genozid im alttestamentarischen Alltag wohl so verbreitet war, daß sich kein Mensch darüber aufregte. So wird denn mit fast juristischer Distanz festgestellt:

 

Da besetzte Gilead vor Ephraim die Jordanfurten, und wenn ephraimistische Flüchtlinge sagten: „Laßt mich hinüber“, fragten die Leute von Gilead: „Bist Du ein Ephraimit?“ Antwortete er: „Nein“, dann sagten sie zu ihm: „Sag mal Schibboleth!“ Da sagte er „Sibboleth“, denn er konnte es nicht richtig aussprechen. Dann packten sie ihn und erschlugen ihn an den Jordanfurten. Auf diese Weise kamen zweiundvierzigtausend Mann aus Ephraim um – Wer wollte daran zweifeln, stammt diese Darstellung doch aus dem Buch der Bücher, genauer gesagt aus dem Buch der Richter, Kapitel 12, Vers 5 bis 6.)

 

Das erschreckende an diesem Ereignis ist nicht nur die „Individualität“ der Opfer und ihre „Kennzeichnung“, vor allem ist erschreckend, daß man an den Jordanfurten so etwas wie eine „Selektionsrampe“ errichtet hatte.

 

Kaiser Titus ließ die Vertreibung der Juden aus ihrem eigenen Land auf dem Forum Romanum verewigen. Kaiser Trajan ließ das Forum mit einer Art „Holocaust-Denkmal“ schmücken. Die Trajanssäule ist freilich nicht dem Gedenken an die rund 1.000.000 Dakern gewidmet, sie verherrlicht vielmehr die „Täter“.

 

Gut 1.000 Jahre nach Caesars Legionen überzogen die Wikinger Europa mit Plünderung, Mord und Schrecken. Ihre Waffen waren ebenfalls überwiegend solche, bei deren Anwendung man dem Gegner oder Opfer in die Augen sehen mußte. Das änderte sich auch im Dreißigjährigen Krieg nicht, denn die darin verübten Greueltaten gegenüber der Zivilbevölkerung wurden auch überwiegend mit Nahwaffen ausgeführt.

 

Die Bilder aus den Konzentrationslagern, die Bilder aus dem Kosovo, aus Srebrenica und auch die Bilder aus Israel und Tschetschenien sprechen keine andere Sprache: Der moderne Mensch hat bezüglich seiner Reaktion gegenüber dem Sozialpartner die Instinktbindung verloren und ist nicht mehr in der Lage, auf soziale Not- oder Unterwerfungssignale instinktsicher zu reagieren.

 

Der „moderne“ Mensch ist damit in eine Lage geraten, über die man erschaudern könnte, er zeigt eine ausgesprochene Neigung zum Genozid, zum Völkermord. Soweit die Wahrnehmung des Mitmenschen als Mensch betrifft, retardierte der Mensch nicht nur auf das Niveau des Schimpansen, dessen Tötungshemmung gegenüber Angehörigen fremder Gruppen ebenfalls stark eingeschränkt ist, er verlor auch die Tötungshemmung gegenüber dem Sozialpartner.

 

Es gibt nur wenige Beispiele für „spontane“ Massaker. Bei allen anderen sind militätirische bzw. paramilitärische Einheiten beteiligt. Es gehört zum Wesen des Militärs, daß Soldaten nur auf „Befehl“ hin überhaupt tätig werden dürfen.

 

Aus dem „Jäger-Krieger“, der Desmond Morris verschwebte, wurde kein „Abschlachtungs-Technologe“. Den „Jäger-Krieger“ hat es wohl nie gegeben. Dafür aber die Fähigkeit und Bereitschaft der absoluten Mehrheit der Menschen zu bedingungslosen Gehorsam. Mit der Entwicklung des rauchlosen Pulvers am Ende des 19. Jahrhunderts und der gleichzeitigen Erfindung der modernen Sprengstoffe erhielt die Evolution des Genozids auf Gegenseitigkeit einen einmaligen Schub:

 

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind allein zwischen Lissabon und Tokio, also auf der Nordhalbkugel rund 500.000.000 Menschen durch Einwirkung militärischer bzw. paramilitärischer Gewalt unmittelbar zu Tode gekommen; somit sind sie Opfer des unbedingten Gehorsams. 500.000.000 Tote, diese Schätzung dürfte realsitisch sein, müssen hinzugerechnet werden, die an den Spätfolgen dieser Gewalteinwirkung zugrunde gingen. – Somit kommen wir auf einen Jahresdurchschnitt von 10.000.000 Todesopfern „staatlicher Gewalt“. – 10.000.000 pro Jahr, das sind rund 20 Menschen pro Minute. Alle drei Sekunden stirbt also ein Mensch als Folge „staatlicher“ Gewalteinwirkung.