Posts Tagged ‘Kubrick’

Bundestag und Sterbehilfe

November 21, 2007

 

Von: gerhard.altenhoff@giordano-bruno-institut.de

An: dieter.wiefelspuetz@bundestag.de, hubert.hueppe@bundestag.de, ewk@egon-w-kreutzer.de, krimsem@jura.uni-bonn.de

Datum: 20.11.07 23:04:57

Betreff: Rheinische Post v. 20.11.2007 „Sterbehelfer kommen nach Deutschland“

Inhalt:

Received: from [77.183.140.134] by freemailng5302.web.de with HTTP;

 Tue, 20 Nov 2007 23:04:57 +0100

Date: Tue, 20 Nov 2007 23:04:57 +0100

Message-Id: 771060620@web.de

Lieber Dieter Wiefelspütz, lieber  Hubert Hüppe,

jetzt regt Euch doch bitte nicht künstlich auf. Es ist doch noch gar nicht lange her, da habt Ihr der großen „Sterbehilfeaktion“ im Deutschen Bundestag zugestimmt. – Die Qualifikation des Bundestagsbeschlusses, der die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes an allen Fronten des globalen Bürgerkriegs vorsieht, als „Sterbehilfe“ ist so euphemistisch wie der Begriff „Endlösung“:

 Welch ein Zufall! – Am 7.11.2007 platzt die Nachricht herein, in der Schweiz seien zwei Deutsche der „aktiven Sterbehilfe“ zum Opfer gefallen. Am selben Tage strahlte um 20.40 Uhr der Sender „Arte“ Stanley Kubricks Meisterwerk „Wege zum Ruhm“ aus. Auch dieser Film beschäftigt sich mit dem Thema „Sterbehilfe“. – Einer Form von „Sterbehilfe“ freilich, die ganz ohne „Sterbewillige“ auskommt:

Weil es an „Sterbewilligen“ mangelte, die auf den Pfiff des Unteroffiziers hin zum Sterben antreten wollten, entschloß sich ein französischer General, anstelle des deutschen Feindes diesen Leuten mit der eigenen Artillerie „Sterbehilfe“ zu leisten. – Diese Form von Nachhlfeunterricht in „aktiver Sterbehilfe“ fruchtete nicht so recht. Also besann sich der General auf die römische Form der „Sterbehilfe“: Das Dezimieren. Er ließ einige Soldaten durch die Mühlen der Militärjustiz drehen. Die „Sterbewilligkeit“ dieser armen Teufel wurde am Ende dadurch erhöht, daß man sie an einen Pfahl band. Die „Sterbehilfe“ leistete ein Exekutionskommando.

Wie der Zufall es so will, verstarb am Allerheiligentag der Pilot des Flugzeugs, das 70.000 Einwohnern Hiroshimas beim Sterben half.

Bis vor wenigen Wochen konnte man im „Reisebüro des Todes“ die Reise ohne Wiederkehr auch beim Reiseveranstalter Schwarzenegger buchen. – Intravenöser Begrüßungscocktail inklusive!

Erst vor wenigen Wochen kam der Oberste Gerichtshof der USA auf den Gedanken, die „Sterbehilfe“ des „Terminators“ könnte eventuell gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten verstoßen. – Wieder so ein Zufall: Ich suche auf WELT-online nach dem Datum der Entscheidung, und was springt mir ins Auge:

Todesstrafe – im Preisvergleich

Die „staatliche“ Sterbehilfe in ihren absurden Formen ist ohne ein Phänomen nicht denkbar, das man den „unbedingten Gehorsam“ nennt. Den verlangen unsere „Berufspolitiker“ von den „Bürgern in Uniform“. Mit dem Marschbefehl und einem „robusten Mandat“ haben ihnen die „Politiker“ außerdem die „Lizenz zum Sterben“ erteilt. Aber wenn ein Taliban oder „Sebstmordattentäter“ dann tatsächlich „Sterbehilfe“ leistet, ist das Geschrei groß!

Seit 1900 erfreut sich im Durchschnitt alle drei Sekunden ein Mensch der von Seiten des „Staates“ geleisteten „Sterbehilfe“.

Machen Sie doch einmal eine Umfrage zu diesem Thema:

Welche Art des Sterbens würden Sie vorziehen

a.)   mit dem „goldenen Schuß“ auf einer Bahnhofstoilette?

b.)   mit einem Bauchschuß im Niemandsland?

 Wie könnt Ihr euch allen Ernstes des Themas „Beihilfe zur Selbsttötung“ annehmen, ohne dabei puterrot zu werden. Wie ich in meinem Buch „Akte 6/6/44 – Mordsache Private James Ryan – Gottes Antwort auf Kains Frage“ ebenso eindringlich wie eindeutig nachgewiesen habe, ist der „Marschbefehl“ in ein sogenanntes „Krisengebiet“ eine Waffe, weil der Marschbefehl geeignet und bestimmt ist, Menschen zu töten oder  zu verletzen. – Ihr habt den Marschbefehl ausgestellt, und Ihr habt den Soldaten, die bislang für Schröder, Volk und Vaterland, aber auch für Merkel, Volk und Vaterland „gefallen“ sind, höchstpersönlich auf dem Gewissen. Aber auch die Menschen, denen die Besatzungen Eurer „Tornados“ beim Sterben geholfen haben.

„Wir können uns diese Provokation des Rechtsstaates nicht gefallen lassen“ – so Ihr Zitat, lieber Hubert Hüppe, gegenüber der Rheinischen Post. Ihr müßt Euch eine noch größere Provokation gefallen lassen, nämlich meinen Gesetzentwurf zu Qualifizierung des „Befehls“ als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Gemäß Artikel 38 GG sind Abgeordnete an Aufträge und Weisungen nicht gebunden, das bedeutet aber kein Verbot, Aufträge an Abgeordnete zu vergeben oder ihnen Weisungen zu erteilen. – Immerhin ist Ihre Kollegin Bätzing „Drogenbeauftragte der Bundesregierung“. Ihr alle liebt den „Wählerauftrag“. Ich bin „Wähler“ und erteile hiermit den Wählerauftrag, unverzüglich den in der Anlage beigefügten Gesetzesentwurf dem Bundestag zur Entscheidung vorzulegen.

Im übrigen solltet Ihr den größten Zapfenstreich aller Zeiten unverzüglich herbeiführen: Sofortige Entbindung aller Soldaten von Fahneneid und feierlichem Gelöbnis. – Schickt die „Bürger in Uniform“ umgehend nach Hause. Deren Platz ist an der Seite ihrer Frauen und Kinder, nicht an der Front.

Niemand braucht Eure „Lizenz zum Sterben“. – Das wird wohl das wahre Motiv eines Berufspolitikers sein, einmal in den Genuß der Herrschaft über Leben und Tod zu gelangen.

Anliegend finden Sie als PDF Datei mein erwähntes Buch und den Gesetzentwurf, den ich unlängst Ihrem Kollegen Gröhe zugeleitet hatte: – Was soll ich Ihnen sagen, er hat sich nicht einmal für meine „Vorarbeit“ bedankt.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff